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Album

November / Dezember 2020

Hilfe für Mitglieder in Not

nach den Tropenstürmen Eta und Iota

26.12. Es kommen Lebensmittel!

Eine der wichtigsten Aufgaben der Stiftung UGK ist die Unterstützung der Kooperativen der Fedecocagua im Falle eines individuellen oder kollektiven Notfalls. In diesem Moment betreffen die Folgen mehrerer Tropenstürme hauptsächlich die Departemente Quiché, Huehuetenango, Alta Verapaz, Chiquimula und Zacapa.

Die Stiftung UGK arbeitet mit der technischen Abteilung von Fedecocagua zusammen, kommuniziert mit Vertretern der betroffenen Genossenschaften und finanziert Projekte. Wir hoffen, so unseren Beitrag zur Hilfskampagne zu leisten.

Siehe Aktuelle Situation.

 

Das soziale Engagement von Fedecocagua beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Aktivitäten der Stiftung UGK. Es zeigt sich auch in den technischen und administrativen Dienstleistungen oder in der Bildung von Allianzen.

 

So erweist sich im Fall dieser Naturkatastrophe das durch Fedecocagua R.L. durchgeführte und durch USAID finanzierte Projekt Feed the Future Guatemala - Coffee Value Chains als bedeutsam. Dieses Projekt konzentriert sich auf ein umfassendes Risikomanagement. So beinhaltet es sowohl humanitäre Hilfe, damit die Menschen kurzfristig Nahrung haben, als auch die mittel- und langfristige Sicherung der Lebensgrundlagen.

In diesen Tagen werden für die Genossenschaftsmitglieder in den Gebieten Barrillas (Huehuetenango) und Quiché zwei Massnahmen ergriffen. Einerseits ermöglichen Mittel aus dem Notfallfonds des Feed the Future-Project die Bezahlung eines Maschineneinsatzes zur Wiederherstellung des Straßennetzes, andererseits den Transport von dringend benötigten Lebensmitteln.

Mittel- und langfristig bemüht sich das Projekt Feed the Future Guatemala - Coffee Value Chains darum, Resilienz aufzubauen. Es unterstützt deshalb in den nächsten Wochen und Monaten die Wiederherstellung der betroffenen Plantagen sowie die Sicherung der Ernte, um das jährliche Einkommen der Kleinbauern zu gewährleisten. Ausserdem werden die schon seit 2018 laufenden Diversifizierungsprojekte weitergeführt.

 

Die UGK-Stiftung kümmert sich natürlich nach wie vor um die von den Stürmen betroffenen Kooperativen in Gebieten, die nicht vom USAID-Projekt abgedeckt sind.

Update vom 25.12.20

Die ersehnten Lebensmittel kommen an!

 

Erst nach vielen Wochen war es möglich, die Menschen in den abgeschnittenen Dörfern und Weilern mit Lebensmitteln zu versorgen. Im Gebiet von Barrillas (Huehuetenango) sind die Strassen soweit wiederhergestellt, dass Picups sie befahren können. Im Gebiet Quiché hingegen sind immer noch Maschinen im Einsatz. Dank dem Projekt Feed the Future erhalten alle Mitglieder der in diesen Gebieten befindlichen Kooperativen ein Hilfspaket. Die für das Gebiet verantwortlichen Techniker der Fedecocagua haben die Lebensmittel eingekauft und organisieren mit den Begünstigten den Transport. In Quiché erhalten 628 Familien von 5 Kooperativen, im Gebiet Barrillas 247 Familien von 3 Kooperativen je 1 Zentner schwarze Bohnen, 1 Zentner Mais, 5 Pfund Reis, 5 Pfund Zucker, 5 Pfund Salz, 450 gr Incaparina (ein an pflanzlichem Protein reichhaltiges Getränk). Die Kooperativen Covenorte (Quiché) und Nueva Providencia sowie Cocolense (Barrillas) konnten noch vor Weihnacht versorgt werden. Es ist der Erfolg einer guten Zusammenarbeit der Angestellten und Mitglieder der Fedecocagua R.L. mit den für das Projekt Feed the Future Verantwortlichen, das in diesem Fall die Mittel zur Verfügung stellt.

 

 

Update vom 11.12.20

2 Tage um in 40 km Entfernung Lebensmittel zu kaufen

 

WhatsApp-Kontakt mit Horténico, Leader in El Mirador,

Vorstandsmitglied der Kooperative Estrella Polar

 

Die Odyssee von 110 Männern und Frauen im Alter zwischen 20 und 65 Jahren begann am 8. Dezember um 11 Uhr nachts, als die erste Gruppe an Bord eines Picups zur Estrella Polar gebracht wurde. Die letzte Gruppe kam dort um 2 Uhr morgens an. Es war der Beginn eines langen Marsches nach der Bezirkshauptstadt Chajul.

Nur dort, 40 km vom Mirador entfernt, gibt es im Moment Lebensmittel. Ausserdem mussten zahlreiche Personen ihre abgelaufene Identitätskarte erneuern. Sie ist oft erforderlich, wenn jemand Unterstützung vom Staat oder einer NGO bekommt. 

Von der Estrella Polar ging es zunächst mit anderen Fahrzeugen bis zu dem Punkt weiter, wo es infolge eines riesigen Erdrutsches kein Weiterkommen gibt. Hier begann ein anstrengender 4-stündiger Marsch unter schwierigen Bedingungen, wie die Fotografien zeigen. Die Bilder verdeutlichen auch das Ausmaß der durch die Stürme verursachten Schäden. Für die letzte Etappe von wenigen Kilometern zwischen dem letzten Erdrutsch und Chajul gab es eine Busverbindung. Dort traf die Gruppe am Nachmittag des 9. Dezember um 1 Uhr ein.

Die Leute hatten nur wenige Stunden Zeit, um Essen, Kleidung, Seife usw. zu besorgen, die ID zu aktualisieren und eine Unterkunft zu finden. Nach ein paar Stunden Schlaf begann am folgenden Tag die Rückkehr, wiederum sehr früh – jetzt mit Last. Zumindest schien nach weiteren Regenfällen die Sonne. Die Odyssee endete am späten Nachmittag des 10. Dezember.

In einem Anruf kommentierte Horténico die Atmosphäre im Bus nach Chajul: "Ja, sie sind glücklich und fröhlich." Vor dem Rückmarsch hingegen schrieb er: «Was für ein hartes Leiden, damit man zu essen hat». Ein paar Stunden später sendet er Fotos: "Die Menschen marschieren ruhig" und weitere Stunden später mit den letzten Fotos: "Wir sind nun bei den Fahrzeugen."

Es besteht kein Zweifel, dass zu diesem Zeitpunkt Tausende von Menschen, die in den betroffenen Gebieten leben, die gleichen Anstrengungen unternehmen wie die in el Mirador. Sie würden es verdienen, dass man auch über sie spricht.

Update vom 09/12/20

Lage in Nebaj y Chajul (Quiché)

 

Aus dem Rapport des für Quiché verantwortlichen Technikers der Fedecocagua:

«In den Gemeinden des Gebietes um Nbeaj und Chajul haben die Leute in nur 10 Tagen gesehen, wie ein grosser Teil ihrer Habe, Plantagen und Häuser teilweise oder ganz zerstört wurden. Dabei verloren sie auch Einrichtungsgegenstände, Kleider, Lebensmittelvorräte und auch Tiere.

Der Zugang zu 95% der Dörfer und Weiler ist nach wie vor versperrt. Die ungeteerten Strassen und Wege sind durch Erdrutsche verschüttet, abgerutscht, noch unter Wasser oder von ausgerissenen Bäumen bedeckt. Elektrizität gibt es nicht, was unter anderem die Kommunikation mittels Mobiltelefon unsicher macht. Weder die Versorgung mit Trinkwasser noch mit Lebensmitteln ist gesichert, da Röhren zerstört und die Läden ausverkauft sind. Die Preise für Nahrungsmittel steigen ständig. Man befürchtet, dass einzelne Familien nichts zu essen haben.»

 

Aktionsplan des Technikers der Fedecocagua

Die nächsten Schritte werden durch das von der Fedecocagua geleitete USAID-Projekt durchgeführt. In seinem detaillieren Bericht nennt der Techniker folgende  dringende Massnahmen:

- Wiederherstellung der ungeteerten Strassen zu den abgeschnittenen Gemeinden, um einerseits die Versorgung mit Lebensmitteln und andererseits den Transport des Kaffees zu ermöglichen. Wichtig zu wissen, dass in diesen Wochen die Ernte beginnt. Die Idee ist, den Einsatz von Maschinen zu bezahlen, welche schon im Gang befindliche Arbeiten unterstützen.

- Lebensmitteltransporte für Mitglieder der Kooperativen.

- Lieferung von Hilfsmitteln zur Vorbeugung von Schädlingsbefall in den Kaffeeplantagen.

- Lieferung von Trocknungsanlagen, die mit Solarenergie betrieben werden.

- Unterstützung des Programms Hof und Haus, welches den Familien helfen wird, mit den Folgen der Naturkatastrophe besser fertigzuwerden. 

 

WhatsApp-Anruf des Hilfstechnikers der Estrella Polar:

Um sich ein Bild von der Lage zu machen, fuhr der junge Mann mit dem Motorrad bis zu einem der riesigen Erdrutsche, die ein Durchkommen für Fahrzeuge verunmöglichen. Zu Fuss marschierte er bis zu einem anderen Erdrutsch, wo von Chajul kommende Fahrzeuge umkehren müssen. Von dort gelangte er zunächst nach Chajul und dann nach Nebaj, wo er den Techniker der Fedecocagua traf.

Hier seine Erkenntnisse:

- Nur wenige Maschinen arbeiten daran, die Strasse von Chajul zur Estrella Polar wiederherzustellen. Zum Teil kann sie repariert werden, zum Teil ist eine neue Routenführung erforderlich.

- Es sind vor allem Hilfskräfte des Kraftwerkes Xacbal im Einsatz, Maschinen des öffentlichen Sektors sieht man kaum.

- Er schätzt, dass es unter diesen Bedingungen Monate dauern wird, bis die Strasse wieder offen ist.

- Deshalb wird für sein Dorf nur eine Versorgung aus Barrillas möglich sein. Diese Strasse ist ebenfalls teilweise unterbrochen. Man muss die Waren umladen, damit die Waren in seinem Dorf ankommen.

- Das verteuert die Preise massiv. Ein Zentner Mais z. B. kostete 150 Quetzales (20 $), jetzt sind es 350 Q (44 $). Wucherer profitieren bereits von der Notlage der Menschen.

- Da es in seinem Dorf keine Stromversorgung gibt, konnte er sein Mobiltelefon nicht laden. Er wird die Fotografien zur Dokumentation der Lage auf dem Rückweg machen.

Update 06 / 12

Die ganze Dimension der Zerstörungen

 

Weitere Lebensmitteltransporte erreichten die Cooperativa Flor de Café Tanchí, in der Gemeinde Carchá, Alta Verapaz, und eine andere Gruppe der Genossenschaft Nueva Providencia in der Region Barrillas. In diesem Fall fuhr das Fahrzeug bis zu einer unpassierbaren Schlucht. Es dauerte 45 Minuten, um diese mit der Last auf dem Rücken zu überqueren. Dann brauchten die Träger 2 Stunden um Yulconop zu Fuss zu erreichen. Gleichzeitig arbeiteten 200 Menschen aus Cocolá daran, die Straße zu ihrem Dorf zu reparieren. Möglicherweise muss die Strassen führung geändert werden.
Die beiden Fotos oben zeigen eine eingestürzte Straße in der Gegend von Barrillas, die Zugang zu 65 Gemeinden ermöglicht, und die Arbeitskräfte aus Cocolá.

Die Situation in Quiché verunmöglicht hingegen bisher die unmittelbare Verbesserung der Versorgungslage. Nach Angaben des Hilfstechnikers der Kooperative Estrella Polar verhindern zwei riesige Erdrutsche, Lebensmittel in Fahrzeugen von Chajul zu seiner Kooperative und zu der von Chel zu bringen. Das technische Team der Fedecocagua unterstützt durch die Stiftung UGK arbeitet jedoch zusammen mit den Vertretern des von Fedecocagua geleiteten USAID-Projektes daran, den Menschen im Gebiet Ixil so schnell wie möglich zu helfen.

Update 03/12:

Gute Neuigkeiten:

Der erste Lebensmitteltransport zu einer Kooperative

Initiativen im Gebiet Ixil (Quiché)

 

Im Gebiet Barrillas war es möglich, den Mitgliedern der Kooperative Cascadas Nueva Providencia je ein Lebensmittelpaket mit den wichtigsten Lebensmitteln (Mais, Reis, Teigwaren, Hafer, schwarze Bohnen, Zucker, Salz, Öl) - zu bringen.

(siehe Album)

Die Kooperative Chojzunil wird ebenfalls bald versorgt. Da einige Erdrutsche noch nicht beseitigt sind, erfolgt der Transport in Etappen, teils mit Fahrzeugen, teils zu Fuss.

 

Im Gebiet Nebaj / Chajul gehen die Arbeiten an den Strassen weiter. Wir bemühen uns um Zusammenarbeit mit den Hilfsmannschaften des Kraftwerks Xacbal. Die Strasse von Nebaj nach Chajul ist offen. Zwischen Chajul und der Estrella Polar gibt es noch sehr viel zu tun. Die Strasse zwischen der Estrella Polar und el Mirador ist trotz Schäden befahrbar. Lebensmittelpakete sind in Vorbereitung.

 

Update 02/12:

Anruf eines Vorstandsmitglieds

der Kooperative Estrella Polar

Mangel an Lebensmitteln!

 

Horténico, Mitglied des Vorstandes der Kooperative Estrella Polar, war der eigentliche Promotor eines der wichtigsten Projekte der Stiftung UGK. Heute teilt er per WhatsApp mit, dass die Kollegen im Dorf Estrella Polar kein Netz haben. Im Regen ist er auf einen Hügel nahe dem Weiler el Mirador gestiegen, wo er telefonieren kann. Er beschreibt die gewaltigen Schäden an den Straßen zwischen der Estrella Polar und Nebaj einerseits und zwischen der Estrella Polar und Barrillas andererseits. Die Straße zwischen der Estrella Polar und el Mirador, wo er mit seiner Familie lebt, ist ebenfalls beschädigt. Er steht in Verbindung mit dem Bürgermeister von Chajul, der verspricht zu helfen - aber ohne zu sagen wann. In el Mirador gibt es Familien, denen sogar der Mais ausgeht. Am dringendsten ist es daher, die Strassen zu öffnen, um die Menschen mit Lebensmitteln versorgen zu können. Das Wetter in diesen Tagen: nachts ist es kalt (um 10 ° C), fast jeden Tag gibt es ein wenig Regen.

(siehe Album)

 

 

Update 01/12:
Bericht des zuständigen Technikers

Genossenschaften in der Region Quiché

 

Update 01/12:
Bericht eines für die Kooperativen im Departement Quiché

zuständigen Technikers der Fedecocagua

 

"Ich kann bestätigen, dass vom Donnerstag, 26. bis Samstag, 28. November auf den Strassen Nebaj-Sumalito und Nebaj-Xecotz Sanierungsarbeiten durchgeführt worden sind. Es war eine Initiative der Cooperativa Vértice del Norte, welche auch die Kosten trug. Unterstützt wurden sie dabei von Einzelpersonen und einigen lokalen Unternehmern. Ein Abschnitt von ungefähr 12 km, der durch 9 Erdrutsche blockiert war, wurde geräumt.

 

Diese Initiative wurde von den Anrainern, die selbst einen Beitrag zur Arbeit leisteten, sehr geschätzt. Es ist jedoch nur ein Anfang. Es wird Zeit brauchen, den Weg zu den immer noch abgeschnittenen Dörfern und Weilern zu öffnen. Die Kooperativen Covenorte, Estrella Polar, Las Pilas, Flor del Café und Centro Ilom hoffen, dass sie beim Zugang zu Nahrungsmitteln und anderen überlebenswichtigen Gütern unterstützt werden. Wir empfehlen, die Waren in Nebaj zu kaufen und sie über Land zu den Dörfern zu transportieren. Dies erfordert allerdings eine weitgehende Wiederherstellung der Wege. Bis heute haben wir nirgends Hilfe durch nationale und / oder lokalen Behörden beobachten können.

 

 Die drei Kooperativen, für die ich verantwortlich bin, bitten um Hilfe, damit dank gemeinsamer Arbeit der Zugang zu ihren Dörfern geöffnet wird, soweit dies möglich ist mit schweren Maschinen. Da mehrere Brücken eingestürzt und ganze Strassenabschnitte abgerutscht sind, braucht es den entsprechenden Aufwand an Geldmitteln und den Arbeitseinsatz aller."

 

Update 26.11.:

Interview mit dem für den Bereich Barrillas / Quiché zuständigen Techniker:

Die Situation im Gebiet von Barrillas

.

In seinem letzten schriftlichen Bericht meldet der Techniker die neuesten Daten. Da derzeit kein Zugang zu 8 der 9 Genossenschaften in den Gebieten Quiché und Barrillas besteht und die Kommunikation zwischen den vielen Dörfern schwierig ist, handelt es sich um noch unvollständige Daten. Sie geben jedoch eine vorläufige Vorstellung von der Größe der durch die Unwetter verursachten Schäden:

Verstorbene: 1

Besonders hart betroffene Familien: 192

Betroffene Parzellen: 586 / Hektaren: 137

Häuser mit leichten Schäden: 65 / mit schweren Schäden oder zerstört: 25

.

Zusätzliche Informationen in einem Interview über WhatsApp:

Strasse Huehuetenango - Barrillas: "Sie ist an drei Stellen abgerutscht. Es kann einen Monat dauern, bis sie wiederhergestellt ist. Da die andere Route zur Hauptstadt des Departementes ebenfalls durch Erdrutsche blockiert ist, sind Transporte kaum möglich. In Barrillas besteht also das Risiko eines Versorgungsengpasses, vor allem was Lebensmittel anbelangt. Laut ersten Schätzungen sind 80% der lokalen Produktion von Mais und Bohnen durch überbordende Flüssen zerstört worden."

Lebensmittelversorgung: "Als nach Eta ganze Karawanen von Fahrzeugen aus der Region Quiché ankamen, um sich in Barrillas mit Lebensmitteln zu versorgen, stiegen die Preise und es kam zu einem Mangel an Waren.

In den Dörfern, die keinen Zugang haben, herrscht traditionell große Solidarität. Wer noch Essen hat, teilt es mit den am stärksten betroffenen Menschen, die alles verloren haben. Die Panik mit allen Konsequenzen beginnt, wenn die Vorräte bei allen erschöpft sind."

Dringende Bedürfnisse: "Die dringendste Massnahme ist es, den Menschen Lebensmittel zu bringen - aber das ist momentan sehr schwierig wegen des Zustands der Straßen und Wege. Der Wille der Menschen, den Durchgang wieder zu ermöglichen, ist groß und sie arbeiten auch bereits daran. Die zweite Massnahme ist es also, sie mit Werkzeug wie Schaufeln, Spitzhacken usw auszurüsten.Soweit das möglich ist, sollte man auch dafür sorgen, dass Maschinen eingesetzt werden.

(siehe Album)

 

Update 25.11:

Interview mit dem Hilfstechniker der Cooperativa Estrella Polar:

Wo bekommen wir Essen?

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"Nach Eta fuhr ich mit dem Motorrad von der Estrella Polar nach Chel, einem etwas größeren Dorf, wo wir normalerweise einkaufen gehen. Ich musste feststellen, dass alle Geschäfte geschlossen waren, weil die Besitzer weder Lebensmittel noch andere Produkte für den täglichen Verbrauch anzubieten hatten. Nach Nebaj konnten wir nicht mehr fahren, weil die Straße durch unzählige Erdrutsche schwer beschädigt worden war. Andererseits war es möglich, die Straße nach Barrillas zu reparieren. Das ist eine Kleinstadt, vier Stunden von unserem Dorf entfernt. Dort versorgten wir uns mit dem Notwendigsten. Doch dann kam Iota, gefolgt von Tagen intensiven Regens. Die Straßen und Brücken wurden definitiv zerstört. So wissen wir nicht mehr, wo wir noch Lebensmittel kaufen können. Weder nach Nebaj noch nach Barrillas gibt es ein Durchkommen. Nur auf dem Luftweg kommt man zu uns...

 

Die Leute hier produzieren fast ausschließlich Kaffee oder Kardamom. Deshalb müssen sie Mais und Bohnen kaufen. Jetzt haben sie nichts mehr. Natürlich macht uns das Sorgen: Wo können wir uns versorgen? Ich persönlich habe Mais gekauft. Für meine Familie reicht der Vorrat zehn bis vierzehn Tage. Was Bohnen anbetrifft, gibt es noch ein paar Pfund pro Familie, während das Hauptproblem der Mais ist. Nicht einmal die Leute, die das Legehennenprojekt genutzt haben, können Eier essen, weil die Hühner kaum mehr legen.

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In Chel und der Estrella Polar bereiten die Händler eine Kampagne vor, um die Straßen wiederherzustellen, die den Zugang nach Barrillas ermöglichen. Wie ich die Situation sehe, ist das ein kompliziertes Unterfangen. Die Brücke von Juá ist zerstört. Der technische Dienst des Wasserkraftwerk Xacbal benötigt mindestens zwei Tage, um sie zu reparieren. In einem anderen Teil rutschten ungefähr 400 Meter Straße komplett ab. An anderen Stellen haben sich Straßen in ein Flussbett verwandelt. Wenn alle Leute in den anliegenden Orten, die Händler, die Mitglieder der Cooperativas - alle! - mitarbeiten kann es sein, dass wir vielleicht in vierzehn Tagen wieder nach Barrillas fahren können. Wenn wir hingegen darauf warten, dass die Regierung oder sonst jemand das Problem löst, wird sich die Situation noch verschlimmern."

(siehe Album)

 

24.11.: Der Regen lässt nach - sehr schwere Schäden

Menschen ohne Zugang zu Nahrungsmitteln

Der Verwalter der Kooperative Covenorte in Nebaj hat Mitglieder angerufen. die über das ganze Gebiet des Distriktes Nebaj verstreut in Dörfern und Weilern leben. Hier sein Bericht über die Lage im Departement Quiché:

(Fotos siehe Album)

„Am Eingang zur Kleinstadt Nebaj ist eine Straße eingestürzt. Transporte in den Hauptort und aus dem Hauptort hinaus sind verboten. Dies hat auch Auswirkungen auf die Distrikthauptorte Chajul und Cotzal. Sozusagen alle Dörfer und Weiler sind vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Lebensmittelgeschäfte haben keine Nahrungsmittel mehr zu verkaufen und die Menschen haben keine Lebensmittel aus eigener Produktion. Deshalb ist es wichtig, ihnen Mais, Bohnen, Reis, Atole wie Incaparina, Mosch, Milch zu bringen und natürlich auch Brot.

Nur fünf Gemeinden im Distrikt Nebaj haben Verbindung mit dem Hauptort, während mehr als sechzig abgeschnitten bleiben. Gleiche Situation in im Distrikthauptort Chajul. Die Genossenschaften Estrella Polar, Chel und Ilom haben keinen Zugang nach Nebaj oder Barrillas, so dass es den Leuten bereits an Nahrung mangelt. Aus diesem Grund ist die Versorgung mit Lebensmitteln vordringlich. In einem zweiten Schritt benötigen wir Unterstützung bei der Wiederherstellung von Straßen und Brücken. Durch die Beschaffung von Geldern können sich die Genossenschaften an der Seite der Gemeinden an dieser Arbeit beteiligen.

Die Behörden ergreifen niemals angemessene Maßnahmen, sie senden niemals Hilfe. In abgelegenen Gemeinden wie unserer wird alles vom privaten Sektor oder von lokalen Hilfskräften, z. B. unserer Kooperative erledigt. Wir brauchen Hubschrauber, aber hier in Nabaj haben wir keinen Kontakt zu einem Unternehmen, das diesen Service anbietet. Als Kooperative werden wir sehen, wie wir die Gemeinde unterstützen können, möglicherweise mit Maschinen zur Wiederherstellung von Straßen. Ohne Durchgang können wir den Menschen weder Essen noch Kleidung bringen. Sie haben auch keinen Strom. Dies erschwert die Kommunikation. Im Moment helfen wir uns weiter und arbeiten wie immer ehrenamtlich."

(siehe Album)

WhatsApp des Präsidenten der Cooperatica Estrella Polar:

"Ohne Kommunikation. Uns fehlt ejegliche Versorgung. 200 betroffene Mitglieder."

.

WhatsApp von einem Techniker:

"In diesen Gemeinden haben die Läden nichts mehr zu verkaufen. Chel, Ilom, Estrella Polar, Las Pilas und Covenorte."

 

Update 19.11: Sofortige Hilfe nach Stürmen Eta und Iota

ZUSAMMENARBEIT / STANDORT / ANZAHL MITGLIEDER oder FAMILIEN / SPENDE

(WEchselkurs Quetzal - Dollar: 100 Q = 12,89 $)

Agua Dulce / Aldea Agua Dulce / Cuilco / Huehuetenango / 30 / 6’000.00

Aquíl / Aldea Aquil / San Cristobal Verapaz, / Alta Verapaz / 75 / 10’000.00

Comon Calebal / Aldea Quixal / Carchá Alta Verapaz / 70 / 10’000.00

Esmeralda del Norte / Aldea Chiquixji / Carcha, Alta Verapaz / 40 / 5’000.00

Mus Mus Hab / Colonia Petet Central / Coban / Alta Verapaz /11 / 8’000.00

Flor del Café Tanchí / Aldea Tanchí / Carchá / Alta Verapaz / 30 / 5’000.00

El Milagro / Aldea Lampocoy / La Unión, Zacapa / 11 / 3’000.00

La Unión / Colonia Vista Hermosa Taiti / La Union / Zacapa / 9 / 3’000.00

San Francisco de Asís / La Unión Zacapa / 15 / 4’000.00

Flor de la Montañita / Aldea El Paternito / Olopa / Chiquimula / 60 / 8’000.00

TOTAL 351 Familias beneficiarias / 62’000.00 Q

Wir informieren so bald wie möglich über die Verteilung der Hilfsgüter und die Situation in den betroffenen Genossenschaften. Derzeit ist der Zugang zu den betroffenen Gebieten noch schwierig. Ein Beispiel: Die Straße zwischen Estrella Polar (Quiché) und Barrillas (Huehuetenango) ist erneut unterbrochen.

 

Update 17.11: Zerstörte Plantagen
(Cooperativa el Milagro, La Unión Zacapa, Zacapa

Um einen Eindruck von den Schäden an den Plantagen zu geben, schickte einer der Techniker einige Fotos - siehe Album -, welche die Situation nach Eta veranschaulichen. In der Cooperativa el Milagro sind 3,24 Hektar Kaffeeplantagen betroffen. Betroffen sind auch die Maisfelder, was die Versorgung mit Nahrungsmitteln erschweren wird. Das Haus eines Mitglieds ist einsturzgefährdet. Es ist im Moment der einzige dokumentierte Fall.

Update 16.11: 610 Mitglieder, welche dringend Lebensmittel benötigen

Die Kommunikation ist äußerst schwierig, da abgelegene Dörfer derzeit keinen Strom und keinen Straßenzugang haben. In einer zweiten Phase werden wir auch die Zerstörungen in den Plantagen bewerten. ZUnächst jedoch konzentrieren wir uns auf die Lebensmittelversorgung. Genossenschaftsmitglieder, die auf Hilfe angewisesen sind.

1 Agua Dulce / Aldea Agua Dulce / Cuilco / Huehuetenango: 30

2 Aquíl / Aldea Aquil / San Cristobal Verapaz / Alta Verapaz: 150

3  Comón Calebal / Aldea Quixal / Carchá / Alta Verapaz: 75

4 Esmeralda del Noe /  Aldea Chiquixji / Carcha / Alta Verapaz: 60

5 Mus Mus Hab / Colonia Petet Central / Coban / Alta Verapaz: 70

6 Flor del Café Tanchí / Aldea Tanchí, Carchá / Alta Verapaz: 50

7 El Milagro / Aldea Lampocoy, La Unión, Zacapa / Zacapa: 55

8 La Unión/ Vista Hermosa Taiti, La Union / Zacapa: 45

9 San Francisco / Aldea Mochan / Quetzaltepeque / Chiquimula: 75

Update 15.11. Kooperative Estrella Polar (Quiché)

Gemäss der vorläufigen Prognose der Behörden wird die Strasse zwischen dem Bezirkshauptort Chajul und dem Dorf Estrella Polar erst in drei Monaten wieder eröffnet. Die Mitglieder der Cooperativa Estrella Polar können jedoch mit Pic-ups auf der bereits wieder hergestellten den vier Autostunden entfernten Bezirkshauptort Barrillas erreichen und sich dort mit Lebensmitteln eindecken. Die Straße zwischen den Weilern Estrella Polar und el Mirador, wo eine Gruppe von Mitgliedern lebt und arbeitet, blieb intakt.

Update 11.11.: Kooperative Mus Mus Hab

(Alta Verapaz)

Für die Mitglieder dieser Genossenschaft, die seit dem 5. November nach der Überschwemmung ihrer Finca nicht hatten evakuiert werden können, wurden Lebensmittel und andere Hilfsgüter gekauft. Sie mussten vier Tage auf Essen warten. Am Sonntag und Montag (8. und 9.11.) konnte den Familien schliesslich Hilfspakete verteilt werden. Noch ist es schwierig, den Ort zu erreichen. Das ist auch der Grund, warum es keine konkreten Daten zum Verlust von Häusern und Besitz gibt. Langsam sinkt der Wasserspiegel und damit verbessert sich die Lage.

(siehe Album)

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